Artillery

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With the speedboat up the river Nāf, your tight fitting gloves of hushed velvet in mine, on an icy sidewalk in Vancouver, lounging all day long in a den of vice in the Red City – with a hint of mint in the air.

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Flacons in the size of 0.20 ml / 0.68 fl oz come as quick refill cartridges: Perfect artillery for dangerous nights out and playful extravaganzas in broad daylight.

{Pics by Katharina Copony}

hermal (Nullnummer)

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Im beklagenswerten Zustand, in welchem sich Teile der gegenwärtigen Forschungslandschaft heute befinden, liegt es dann auch nahe, dass populärkulturelle Elemente hier einfließen können. In einem erst kürzlich eingereichten Vorschlag für ein Symposium wurde ganz ernstlich nahegelegt, dass zwei Akkordfolgen [Eᵇ F# Eᵇ F# Dᵇm H F# und Am D Am D Cm G], die dem Soundtrack zu einem sechsminütigen Experimentalfilm aus dem Jahr 1949 eines obskuren kalifornischen Filmemachers entstammen, sich als quasi-phytagoräische Tonalsegmente dafür anbieten würden, mathematisch basierte Universalverhältnisse zu prüfen – und all das versehen mit dem Hinweis, dass jene Akkordfolgen der Begleitmusik hurritischer Zeremonialgesänge exakt glichen! Nun lässt sich aber (wie nicht anders zu erwarten) weder der Komponist, ein gewisser Jonathan Halper, dieser Filmmusik nachweisen, noch hat jemals jemand irgendwelche Belege für hurritische Zeremonialgesänge oder deren Begleitung zu Gesicht bekommen. Ausgegebene Kurzlosungen wie „Leben – Tod – Leben“ oder „Leben, zweisilbiger Tod“ die in Form von Sgraffitos auf dünnen Goldplättchen bereits in Tumuli des 12. Jahrhunderts v. u. Z. gefunden wurden, sollen Zusammenhänge zwischen diesen wild imaginierenden Entwürfen und ältester dionysischer Orphik stiften. Der wissenschaftlich sich gebende Anstrich solcher „Denkrichtungen“, mögen sie sich etwa Hermetic Experimental Research oder Lithografischer Realismus nennen, erweist sich als bloßer Schaum und Rauch. Ob es sich hierbei um die bewusste Agitation einzelner oder um den Ausdruck des fahrlässigen Umgangs mit ungesichertem Quellenmaterial handelt, müssen andere Einrichtungen klären. [excerpt]

{ALH for Diaphanes Magazine #0}

Dream Fugue and artefacts of a forthcoming future

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A sleep-waking day (and a night) dedicated to the commemoration of the visionary Thomas De Quincey who passed away into the bigger realm of dreams 156 years ago.

“Of this at least I feel assured, that there is no such thing as forgetting possible to the mind; a thousand accidents may and will interpose a veil between our present consciousness and the secret inscriptions on the mind; accidents of the same sort will also rend away this veil; but alike, whether veiled or unveiled, the inscription remains for ever, just as the stars seem to withdraw before the common light of day, whereas in fact we all know that it is the light which is drawn over them as a veil, and that they are waiting to be revealed when the obscuring daylight shall have withdrawn.”

Der Traum ist die letzte Instanz!

(Filmstill: Les derniers jours d’Emmanuel Kant [1994]; dir. par Philippe Collin)

Hear Us O Lord from Heaven Thy Dwelling Place

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“Als ich heute morgen aus dem Bett aufstand, war mir, als stände ich nach dem Essen vom Tisch auf.
– völlig vergessen, ob auf der Toilette gewesen oder nicht.
– schließlich auch egal; fünf volle Tage – Folge: Rückenschmerzen – kein Wunder; auch Zähne vergessen, hasse Zähne, brummle fortwährend halbe Sätze wie – Wenn ich nur wüßte … das kann doch nicht sein …”

“Lachend beugten wir uns über den Bach und tranken.”

¡No se puede vivir sin amar!

(Malcolm Lowry, Hör uns, o Herr, der Du im Himmel wohnst, ins Deutsche übertragen von Susanna Rademacher)

Backdrop and Lock-up [Panoptikum]

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Im Panoptikum, Jeremy Benthams idealem Gefängnis- und Erziehungsbau, werden die Deliquenten permanenter Überwachung durch einen Aufseher unterzogen, der im Mittelpunkt eines runden Gebäudes mit strahlenförmigen Trakten sitzt. Aber zu welchem Zweck? Als Begründer des Utilitarismus und Anhänger des Wirtschaftsliberalismus war Bentham davon ueberzeugt, dass der Kapitalismus der wahre Schlüssel zum Glück des Menschen ist – und nichts anderes als den Weg zum Glück wollte er mit dem Panoptikum jedem Menschen ebnen.

Jeremy Bentham
Das Panoptikum
erstmals aus dem Englischen übertragen von Andreas Leopold Hofbauer

hg. von Christian Welzbacher
mit Essays von Michel Foucault, Henry Sidgwick, Christian Welzbacher und Andreas L. Hofbauer

Berlin 2013
212 Seiten, Hardcover, zahlr. Abb.
ISBN 978-3-88221-613-4


Verlag Matthes & Seitz Berlin

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Pics: Still from Marcel Broodthaers’ movie Figures of Wax (16 mm, 15. min., London 1974) and a piece from his storyboard for the same film

This “Alphaville” ought to be called “Zeroville”! (Lemmy Caution)

“No scene really leads to the next, all scenes lead to each other. No scene is really shot out of order. It’s a false concern that a scene must anticipate another scene that follows, even if it’s not shot yet, or that a scene must reflect a scene that precedes it, even if it’s not shot yet, because all scenes anticipate and reflect each other. Scenes reflect what has not yet happened, scenes anticipate what has already happened. Scenes that have not yet happened, have.” (Vikar – with K – channeled via Steve Erickson.)