It was summer, now it’s autumn

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And now the heat of the day had gone and the light of the sky was fading from scarlet to rose and from cobalt to powdered violet and as the lights began to flash on Cosnahan asked himself: What was so theatrical about a swift flurry of figures or one lone figure under an arc light in a great city?
He would have liked to „get it“, to capture too – he felt an almost passionate desire to capture – the beauty of the unending processions … And now it is marathon moon of tangerine. Arcturus. Spica. Fomalhaut. The Eagle; and the Lyre. (Malcolm Lowry)

Where the tangerines blossom – keep it coming. Under the vast vapid ravines called sky.

[All pics by Katharina Copony]

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Diplomaten und Konsuln … about the infirm state

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Konsul Geoffrey Firmin wusste um das Anagramm, das sich in seinem Nachnamen verbarg. Und er wusste, dass es Signum des Diplomaten ist. Bogdan Bogdanović Stelen in Travnik stehen vergessen. In Gruppen, zwei und zwei. Manche haben ihren Partner verloren, und er liegt gefällt und geschlagen, überwuchert vom Gras. Sie starren verängstigt und vielleicht auch drohend schreiend in die Weite des Landes. In beide Richtungen. Ein unhörbarer Schrei, der wohl auch der Schlange des Paradieses entfuhr, als sie begriff, dass es Mächtigeres gibt zwischen Gott und Gesetz und Verführung und Wille. Denn die Inschrift, die sie gleich den Sirenen am Horizont ablesen lautet: Et in Arcadia ego.

Die modale Spannung zwischen „Auch in Arkadien bin ich“ und „Auch ich war in Arkadien“ [„I, too, was in Arcadia“] reicht zur Verdeutlichung nicht aus, da man nicht bestimmt, auf wenn sich dieses Ich bezieht.

Ich nun betone hier und versehe mit Stimme, was sich da abzeichnet: „Selbst in Arkadien gibt es mich“ – den Tod. [„Even in Arcadia, there (am) I“ – Death].

Im September muss man lange suchen, bis man die Schlangen-Köpfe oben findet, denn der Mais der Felder beschützt sie. Im Winter, wenn das Land kahl ist, ist der Weg zu ihnen wohl klarer zu sehen. Doch gewiss versprechen sie zu keiner Jahreszeit Paradies oder Garten. Aber sie stehen tapfer in ihrem Leid. Und das ist tröstlich.

All Pics Katharina Copony

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Hear Us O Lord from Heaven Thy Dwelling Place

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“Als ich heute morgen aus dem Bett aufstand, war mir, als stände ich nach dem Essen vom Tisch auf.
– völlig vergessen, ob auf der Toilette gewesen oder nicht.
– schließlich auch egal; fünf volle Tage – Folge: Rückenschmerzen – kein Wunder; auch Zähne vergessen, hasse Zähne, brummle fortwährend halbe Sätze wie – Wenn ich nur wüßte … das kann doch nicht sein …”

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“Lachend beugten wir uns über den Bach und tranken.”

¡No se puede vivir sin amar!

(Malcolm Lowry, Hör uns, o Herr, der Du im Himmel wohnst, ins Deutsche übertragen von Susanna Rademacher)

Ferris wheel / Fairies of time

When, lo! as they reached the mountain-side,
A wondrous portal opened wide,
As if a cavern was suddenly hollowed;
And the Piper advanced and the children followed,
And when all were in to the very last,
The door in the mountain-side shut fast.
Did I say, all? No! One was lame,
And could not dance the whole of the way;
And in after years, if you would blame
His sadness, he was used to say, —
“It’s dull in our town since my playmates left!
I can’t forget that I’m bereft
Of all the pleasant sights they see,
Which the Piper also promised me;
For he led us, he said, to a joyous land,
Joining the town and just at hand,
Where waters gushed and fruit-trees grew,
And flowers put forth a fairer hue,
And everything was strange and new

and everything was strange and new

Draußen, in der Sturmnacht, dreht sich das Lichterrad …
Dieses Rad, das auf die Form des Buches selbst hinweist, kann auch, auf eine selbstverständlich kinematographische Weise, als das Rad der Zeit betrachtet werden, das sich rückwärts zu drehen beginnt … (Malcolm Lowry, Vorwort zu Unter dem Vulkan)